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meine Stecke: ( zum Vergrößern bitte anklicken)  

Zeitraum

 Ort, Ereignis Bilder
10.6.2011

Stutensee - Bad Bramstedt (666 km)

Um 9:15 Uhr ging´s los. Die Fahrbedingungen waren optimal, so 18-20° C und heiter bis wolkig. Bis Hannover ging es zügig voran, ich fuhr mit 110 - 120 km/h. Dann wurde es jedoch voll auf der Autobahn, die Autos von Osten kommend (Berliner Richtung), die an die Nordsee etc. wollten, kamen hinzu. Jetzt gab es die ersten Staus, doch mit dem Motorrad ging es einigermaßen voran. man musste jedoch öfters Slalom um die Autos fahren. Dann Hamburg. Der Elbtunnel musste durchfahren werden und schon 10 km vorher begann der Rückstau. Wieder ging es gemächlich slalom fahrend weiter. Danach war alles wieder ok, doch auf der Gegenseite war der Rückstau noch deutlich länger. So kam ich dann um 17:20 Uhr bei Barbara und Iris an. Das Haus von Barbara und Iris ist riesig, sehr viele Zimmer und ich hatte mein eigens Zimmer und Bad. Wirklich toll. Barbara und Iris hatten gekocht, und wir ließen es uns schmecken. Es wurde dann auch ziemlich kühl und man musste schon einen Pullover anziehen.

Vor der Abfahrt

Im Garten von Barbara und Iris Barbara und Iris beim Frühstück
11.6.2011

Bad Bramstedt - Rostock (189 km)

Es war zwar noch ein bisschen kühl am nächsten Morgen, trotzdem frühstückten wir draußen. Danach packte ich wieder das Motorrad und um 9:15 Uhr ging es wieder weiter. Die Straßen waren frei, obwohl es Pfingstsamstag war, und um 11:30 Uhr kam ich, nach einem kurzen Tankstop, in Hafen von Rostock an. Nachdem ich noch die Verpflegungspauschele für 2x Abendessen, 2x Frühstück und 1x Mittagessen buchte und bezahlte hies es warten, um 13:30 Uhr soll es auf die Fähre gehen. Kurz vorher wurden wir aufgefordert, weiter vor zur Fähre zu fahren, Motorradfahrer zuerst. Wir fuhren also dies kleine Stück und wieder hieß es warten. Langsam zogen dunkle Wolken auf. Hoffentlich nicht zu schnell. Sie kamen immer näher und gerade als es zu regen begann konnten wir auf die Fähre fahren. Wir waren gerade drin als es heftig zu regnen begann. Nochmal Glück gehabt.

Im Überseehafen von Rostock Warten auf die Auffahrt in die "Europalink"
Beim Festzurren der Motorräder Es hatte stark geregnet
11.6.2011
bis
13.6.2011

Rostock - Helsinki

Es gab eigentlich nur ein öffentliches Deck, dort befand sich der Raum mit den Ruhesesseln (ich hatte nur Ruhesessel, keine Kabine gebucht), dann die Restaurants, Bar, Spielzimmer, Sauna und Fitnessraum. Doch ein Deck höher fand ich noch einen kleinen Raum mit 4 Reihen á 4 Ruhesessel. Und der war leer. Ich holte meine Sachen von unten und richtete mich dann dort ein. Ich sollte die beiden Tage und Nächte dort alleine sein, super, und die Toilette war auch mit im Raum. Dann legte die Fähre ab und das Wetter wurde wieder besser. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen konnte man 2 Kreuzfahrtschiffe und den Strand von Warnemünde beobachten. Dann gab´s zuerst mal ein Bier und ich war überrascht, dass sogar dunkles Hefeweizen angeboten wurde. Den Nachmittag verbrachte ich an Deck, aber wegen dem starken kühlen Wind war Fleece-Pulli angesagt. Um 18:00 Uhr gab es dann Abendessen, Buffet mit freier Auswahl, verschiedene kalte und warme Theken mit Salaten, Fisch, Fleisch, Gemüse etc. Alkoholfreie Getränke (Wasser, Apfelsaft, Orangensaft) konnten kostenlos vom Automaten geholt werden. Nach dem Abendessen wurde noch der Sonnenuntergang betrachtet und nach einem Bier :-) ging ich um 23:00 Uhr schlafen, d.h. Isomatte und selbstaufblasbare Luftmatratze ausrollen, Schlafsack hinlegen und schlafen. Es war eine ruhige Nacht, es gab keinen Seegang, das Schiff schaukelte nicht und bis auf 2-3 mal aufwachen schlief ich durch bis morgens um 7:15 Uhr. Um 8 Uhr gab´s Frühstück, Selbstbedienung mit guter Auswahl. Danach liefen wir Gdynia an, die polnische Hafenstadt. Dort gingen eine größere Reisegruppe und ein paar Fahrzeuge vom Schiff und andere kamen dafür. Doch trotzdem ist noch genug Platz auf dem Schiff, ich schätze, dass nur ca. 30% der Kabinen belegt sind. Nach der Abfahrt aus Gdynia gab es um 12:30 Uhr Mittagessen, dieses mal noch größere Auswahl als am Abend zuvor. Hatte ich so nicht erwartet. Das Wetter ist eigentlich sehr schön, nur ganz wenige Wolken am Himmel, doch der heute recht starke Wind ist auch ziemlich kalt. Doch mit Pullover und Mütze ist es ok. Nachdem Abendessen ging ich noch auf ein Bier an die Bar und dann früh in die Falle, denn morgen heißt es früh aufstehen, um 5:45 Uhr gibt es Frühstück. Nach dem frühen aufstehen und dem Frühstück fuhren wir an vorgelagerten Inseln vorbei und dann bog die Fähre in den Hafen von Helsinki ein, genauer dem Vousaari Harbour. Das Wetter war nicht mehr so gut, alles grau in grau.

"Meine" Kabine Das Beladen ist noch im Gang
2 Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Rostock Der Strand von Rostock
Sonnenuntergang auf der Ostsee "Meine" Kabine (3)
Lotsenboot vor dem Hafen von Gydnia/Polen Bei der Einfahrt in den Hafen von Gydnia
Inseln vor Helsinki Vousaari Harbour, Helsinki
13.6.2011

Helsinki - Oulu (686 km)

Es ging recht flott von Bord und während des Fahrens durch den Hafen stellte ich das Navi auf mein neues Ziel für heute ein: Savonlinna. Immer wieder warnte mich das Navi vor fest angebrachten Blitzern und manchmal war dies auch notwendig um Geschwindigkeitsstrafen zu vermeiden. Bald wurde es immer dunkler und dann fing es an zu regnen. Erst nur ein bisschen, dann abwechselnd Regen und kein Regen, und dann schließlich Dauerregen. Und dazu wurde es immer kälter, Thermometer entlang der Route zeigten noch 10° C an. Deshalb reifte bald der Entschluss, nicht mehr nach Savonlinna sondern gleich nach Oulu zu fahren. Gesagt getan, und nach weiteren 100 km Regen und frösteln wurde es immer klarer und bald war fast wolkenloser Himmel mit 18-20° C. Kurz vor Oulu dann der Moment: 100.000 km mit der GS! Nach ca. 700 km kam ich in Oulu an. Dort fuhr ich gleich auf den Campingplatz Nallikari. Dort habe ich endlich wieder Internetverbindung. Nach dem Aufstellen des Zeltes und einer schöner Dusche machte ich es mir im Aufenthaltsraum gemütlich. Mit Internet, chinesischer Suppe, Bier und Erdnüssen aus Deutschland. Zuerst die Homepage updaten, dann auch zum ersten Mal mit Hilfe von Skype mit Marlene "video-telefoniert".

Kurz vor Lahti Finnische Idylle
typische Strasse in Finnland 100.000 km mit der GS
auf dem Campingplatz Nallikari in Oulu
14.6.2011

Oulu - Inari (551 km)

Vor der Weiterfahrt Richtung Norden habe ich mir in der Rezeption noch 3 Brötchen geholt. Dann ging es weiter. Die ersten Kilometer waren noch recht befahren, doch je weiter man gen Norden kam desto weniger Verkehr war vorhanden. Manchmal fuhr ich über 15 Minuten ohne ein anderes Fahrzeug zu sehen. Dann kamen die Warnschilder mit dem Elch, doch statt dessen waren immer wieder Rentiere auf der Straße die den Verkehr aufhielten. Hinter Rovaniemi ist der Polarkreis, dort befindet sich auch St. Claus village, das Dorf des Weihnachtsmannes. Hier ist 365 Tage im Jahr Weihnachten. Weiter gen Norden änderte sich die Landschaft, wurde Tundra artig. Hier führte ein Pfad über ein Moor zu einem See mit einem kleinen Aussichtsturm von dem man ornothologische Beobachtungen  machen konnte. Hinter Ivalo wurde es jetzt toll zum Motorradfahren. Durch das hügelige Gelände waren endlich auch Kurven zu fahtren, und entlang des Inarisees wurde es noch besser. In Inari angekommen suchtre ich mir erst mal einen Campingplatz. Dieser liegt direkt am See, und da Inari sich deutlich nördlich des Polarkreises liegt uind heute keine Wolke (bei ca. 14° C) zu sehen ist sollte man die Sonne durchgehend sehen. Endlich mal Mitternachtssonne, damals in Kanada haben Wolken die Sicht verhindert. Da die Scheinwerder und Blinker und aber auch das Helmvisier augfgrund der vielen Mückenleichen kaum noch zu sehen waren hieß es erst mal reinigen. Nach dem Abendessen (Chinesiche Nudeln) ging ich zum Samen Museum. Durch die langen Tage hat es bis 20:00 Uhr geöffnet. Anschließend holte ich auf dem Rückweg noch einenSixpack Bier, den morgen geht´s nach Norwegen, dort ist das Bier deutlich teurer. Dann noch die Homepage updaten. Ich blieb noch bis 24:00 Uhr auf und wie vermutet, war die Mitternachtssonne zu sehen. Ein tolles Gefühl.....

Elch-Warnung an der Straße Rentiere aicht!n der Straße - Vor
Der Polarkreis Weihnachtshaus am Polarkreis
Steg über Moorgebiet Campingplatz in Inari
Mücken auf dem Scheinwerfer Blockhaus im Samen Museum
Beim Update der Homepage und beim Surfen Mitternachtssonne in Inari
15.6.2011

Inari - Nordkapp (413 km)

Die Nacht war kühl, das Thermometer am Motorrad zeigte 5° Celsius an. Sah zwar im ersten Moment nach Regen aus, doch nach ein paar Tropfen lockerte die Bewölkung auf und bald waren alle Wolken wieder verschwunden. Kurz nach der Weiterfahrt der erste Schreck. Ein Rentier kam plötzlich aus dem Gebüsch und nur eine Vollbremsung verhinderte eine Kollision. Muss jetzt noch vorsichtiger fahren. Die Strecke war wirklich schön, kurvenreich und tolle Landschaft. Bald kam die Grenze zu Norwegen und nach der obligatorischen Auskunft nach Alkohol war der Grentübertritt erledigt. Die norwegische Landschaft direk an der Grenze sieht eher mitteleuropäisch als nordeuropäisch aus, doch änderte sich dies bald nach dem Verlassen des Flusstals. In Karasjok war es dann mal richtig warm, 20° C zeigten die Thermometer an. Doch auch dies war nur kurzfristig, beim Erreichen des Nordmeeres, am Porsangenfjord, kam wieder der sehr kalte Ostwind auf. So gefühlte 0° C. Im Ort Honningsvag legen die Kreuzfahrtschiffe auf der Nordkappinsel an. Wegen des kalten Windes entschloss ich mich, heute auf das Zelt zu verzichten und mietete ein Zimmer mit Dusche, die Küche und der Aufenthaltsraum werden geteilt. Jetzt ist es 20 Uhr und es geht gleich ans Nordkapp zur Mitternachtssonne. Leider war heute damit nichts, es gab starke Bewölkung, 0° C Außentemperatur und starker Wind der es noch kälter anfühlen lies. Nach 1,5 Std und keiner Aussicht auf Besserung kehrte ich wiede um. Zuvor konnte ich noch am Anfang die dortige Weltkugel alleine bestaunen ehe dann bald die ganzen Busse mit den vielen anderen Touristen kamen. Wie muss es wohl hier erst im Hochsommer aussehen.

Grenzfluss Finnland - Norwegen am Porsangenfjord
typisches Fischerdorf am Nordkapp Kreuzfahrtschiff in Honningsvag
auf dem Nordkapp Campingplatz  am Skilfsfjord am Nordkapp
16.6.2011

Nordkapp - Skibotn (499 km)

Morgens hatte sich der Nebel etwas gelichtet und die Sonne kam langsam durch. Aber es war immer noch ziemlich kalt, dick einpacken war angesagt. Gleich nach der Abfahrt war eine größere Rentierherde und natürlich müssen die wenigen zu den vielen direkt über die Straße. Also wieder langsam fahren. Wieder giung es durch den Nordkapptunnel, dieser ist fast 7 km lang und führt unter dem Meer durch. Nach verlassen der Nordkapphalbinsel wurde das Wetter immer besser und auch die Temperatur stieg wieder an und immer wieder kamman an Plätzen vorbei an denen Fisch zum Trocknen aufgehängt war. Die Weiterfahrt führte durch herrliche Landschaft, meistens direkt am Meer entlang, der Küstenlinie folgend, aber auch immer wieder über Land über ca. 300 – 500 m hohe Pässe. In Alta ging ich zum Coop einkaufen, beim losfahren kam links ein LKW und ich wollte vor ihm bleiben, also kurz aufs Gas. Schon kam die Kelle der Polizei raus, also anhalten 65 km/h anstatt der erlaubten 50 km/h. Dies war mein erster Strafzettel mit dem Motorrad nach mittlerweile über 100.000 km. Die weiter Fahrt bis zum Tagesziel Skibotn verlief ohne größere Höhepunkte. Dort angekommen, war zwar tolles Wetter, aber ein ziemlich starker Wind. Dabei das Zelt aufzubauen war gar nicht so einfach. Kaum war ich damit fertig hörte der Wind auf. Super! Den Abend verbrachte ich mit zwei anderen Motorradfahrern aus Würzburg.

am nächsten Morgen Nordkapp Tunnel
Rentiere auf der Strasse getrockneter Fisch
Straße ohne Kurven Schneereste an der Straße
Blick auf Fjorde Campingplatz in Skibotn

17.6.2011

Skibotn - Leknes/Lofoten (447 km)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ein fast perfekter Tag. Schon beim Aufstehen war keine Wolke mehr zu sehen und die Temperatur kletterte im Verlaufe des Tages auf mehr als 20° C. Einfach super. Dazu die Landschaft: Heute ging es auf die Lofoten, und die Strecke dort führt durch äußerst sehenswerte Landschaft, mit vielen Kurven und prächtigen Ausblicken. Man hätte alle 2-3 km anhalten können, um Fotoaufnahmen zu machen, doch irgendwann entschloss ich mich einfach weiterzufahren und die Szenerie so auf mich wirken zu lassen. Ohne Übertreibung war diese Fahrt eine der schönsten die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht habe. Nun zu dem kleinen "fast". Bei einem Halt zu einer Fotoaufnahme wollte ich beim Weiterfahren den Fußständer hochziehen, dieser Hakte jedoch und als ich mit dem rechten Bein unterstützen wollte trat ich in ein Loch. Nun war kein Halten mehr möglich, ich musste das Motorrad ablegen. Also das Gepäck entferne und versuchen, das Motorrad aufzurichten. Doch so, wie es lag, hatte ich keine richtige Haltepunkte, dazu hätte ich da Motorrad im Liegen drehen müssen. Dann würde ich jedoch alles verkratzen. Also wartete ich auf Hilfe. Ein Motorradfahrer kam vorbei doch hielt nicht. Dann kam ein Militärjeep, gleich sprangen 3 Soldaten raus und Ruckzuck stand das Motorrad wieder. Nur das Blinkerglas hatte einen kleinen Schaden bekommen. Kurz mit Panzerband fixiert und es konnte weitergehen. Dann ging´s zum Campingplatz Brustrada bei Leknes auf den Lofoten. Der liegt toll eingerahmt von grünen Bergen und mit Blick auf´s Meer.

Der Morge begann mit tollem Wetter Pause am Meer
Die Brücke zu den Lofoten Faszinierende Farben
auf den Lofoten Die Lofoten.Kirche
Brücke auf den Lofoten Camping Brustranda, Leknes, Lofoten

18.6.2011

Rundfahrt Lofoten (62 km)

Zuerst muss ich mal heute auf das Wetter zurückkommen. Seit dem ersten Tag, als ich in Finnland ankam, hat es nicht mehr geregnet, uns abgesehen von dem Nebel am Nordkapp wurde es immer besser. Deshalb entschloss ich mich heute Morgen, nachdem keine Wolke am Himmel zu sehen war, einen weiteren Tag hier auf dem Campingplatz zu bleiben und nur eine kleinere Rundfahrt zu machen. Zuerst nach Borg zum Wikingermuseum und dann zum Nusfjord. Das Wikingermuseum wurde an einem originalen Fundplatz gebaut, man kann dort das Leben der Wikinger vor 1.300 Jahren betrachten. Es war ganz interessant. Dann fuhr ich weiter Richtung Leknes. Plötzlich setzte der Motor aus und war während der Fahrt nicht mehr anzubringen. Es ging gerade bergab, so konnte ich zu einer Abzweigung rollen, so stand ich mindestens nicht direkt an der Straße. Mehrere Versuche, den Motor wieder zu starten, schlugen fehl. Benzin war genug im Tank, obwohl es sich so anhörte, als ob kein Benzin verfügbar war. Und wenn ich das Motorrad schief legte und wieder zurück sprang es auch kurz an. Alle Sicherungen kontrolliert, alles ok. Also wahrscheinlich die Benzinpumpe. Doch mein Werkzeug inkl. Stromprüfer waren am Campingplatz, nicht hier, da ich nur eine kleine Runde fahren wollte. Also rief ich den ADAC in Deutschland an. Die waren auch sofort erreichbar. Da jedoch Samstag war und keine Werkstatt offen ist sollte das Motorrad über eine Partnerfirma des ADAC abgeholt und bis Montag bei der Werkstatt stehen bleiben, um es dann zu untersuchen. Ich konnte solange am Campingplatz warten. Ok, was blieb mir anderes übrig. Laut ADAC konnte es allerdings 1 Stunde oder wesentlich länger dauern bis dass die Hilfe bei mir eintrifft. Super. Um die Zeit zu überbrücken baute ich den Tank ab (mit dem normalen Bordwerkzeug) mit dem Problem kein Benzin zu verlieren. Ich hatte nichts zum Abklemmen dabei also bog ich die Leitungen und fixierte sie mit Schnürsenkel von den Wanderstiefeln. Danach löste ich alle elektrischen Steckverbindungen und steckte sie dann wieder zusammen. Dann den Tank wieder drauf und neuer Startversuch. Und das Motorrad lief an. Zuerst schwer stochernd, doch bald stellte sich die normale Drehzahl ein. Dann alles wieder zusammenbauen und hoffen, dass es wieder anspringt. Ok, es klappte. Dann rief ich wieder den ADAC an und stornierte den Auftrag. Zum Nusfjord fuhr ich nun nicht mehr, ging in Leknes noch einkaufen und dann zurück zum Campingplatz. Immerhin lag die Temperatur bei 21° C, und das deutlich oberhalb des Polarkreises.





19.6.2011

Leknes - Bodo (131 km)

Heute bin ich früh aufgestanden, denn ich möchte mit der Fähre von den Lofoten von Moskenes nach Bodo auf dem Festland fahren. Vorher jedoch besuche ich Nusfjord. Nusfjord ist ein kleines idyllisch gelegenes Fischerdorf. Bei der Weiterfahrt muss ich dann anstatt Rentieren, die es hier nicht gibt, aufgrund Schafen stoppen. Weiterhin sind die Lofoten landschaftlich ein Genuss, das Wetter zeigt jedoch heute ein paar Wolken. Doch es sieht nicht nach Regen aus. Zuerst fuhr ich an Moskenes vorbei zum südlichen Ende der E10, der Straße durch die Lofoten. Das letzte Dorf ist zugleich das mit dem kürzesten Ortsnamen auf der Welt. Der Ort heißt einfach A. Danach fuhr ich zur Fähre. Die Motorradfahrer konnten wie fast immer ganz nach vorne fahren und mussten sich nicht in die Warteschlange einreihen. Jetzt stehen 3,5 Stunden überfahrt an. In Bodo angekommen, ging es gleich zum Campingplatz am Saltstraumen. Kurz hinter Bodo kam ein starker Regenguss, der doch nach 5 min wieder aufhörte. Kurz vor dem Campingplatz dann ein Wohnmobil, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite stoppte. Aha, 3 Elche waren da, eine Mutter mit ihren fast erwachsenen Kindern, und die Mutter rannte direkt vor mir über die Straße. Doch bis ich den Fotoapparat aus dem Tankrucksack genommen hatte waren alle wieder weg. Schade. Dann zum Campingplatz am Saltstraumen. Saltstraumen ist der größte Gezeitenstrom der Welt. Fast 400 Millionen m³ Wasser drängen sich in kurzer Zeit nach der Flut zurück ins Meer durch die 150m breite Talenge. Das Wasser erreicht dabei eine Fließgeschwindigkeit von 40 km/h.


(bitte anklicken)







20.6.2011

Bodo - Mo i Rana (300 km)

Heute stand eine Fahrt entlang des Meeres auf dem Programm, d.h. auf der "Touristenstraße" Nr 17 von Bodo nach Mo i Rana, ca. 300 km. Doch die Fahrt dauerte trotzdem 10 Stunden, da auf dem Weg 2 Fährpassagen waren, eine mit ½ Stunde, die zweite mit 1,5 Stunden. Und außerdem musste ich zusammen fast 3 Stunden auf die Fähren warten. Am Anfang ging es vorbei an einer Gletscherzunge die fast bis zum Meer herunter reicht. Der ganze Tag war wieder sonnig und führte durch bemerkenswerte Landschaft. Gegen Abend zog es sich zu und als ich nach dem Tanken auf dem Campingplatz ankam begann es leicht zu regnen, jedoch glücklicherweise erst nachdem das Zelt aufgestellt war.

Glettscherzunge faszinierende Landschaft
warten auf die Fähre in der Fähre

21.6.2011

Mo i Rana - Steinkjer (376 km)

Es hat die ganze Nacht geregnet und das Zelt war wie zu erwarten dicht. Ich baute dann zuerst das Innenzelt ab, richtete alle anderen Sachen so weit her und verstaute sie dann auf dem Motorrad. Danach wurde das Außenzelt abgebaut und oben drauf geschnallt. Dann geht es weiter, leider hört der Regen einfach nicht auf. Mal schwächer, mal stärker. Irgendwann rinnt das Wasser über den Helm und den Schal den Rücken runter. Unangenehm, und es wird auch immer kälter. Zum Aufwärmen esse ich an einem Rastplatz einen Hotdog und trinke einen Kaffee. Dann geht es weiter durch den Regen. Nach 360 km sollte eigentlich mein ausgesuchter Campingplatz kommen, doch das Navi führt mich an irgendeinen seltsamen Ort innerhalb von Steinkjer. Also weiter. Im nächsten Campingplatz macht die Rezeption erst um 16:00 Uhr auf und ich habe keine Lust durchgefroren fast 1 Stunde zu warten. Dann auf zum nächsten. Dieser liegt zwar nicht so schön, ist jedoch gut ausgestattet und ich miete mir eine Hütte für 430 Kronen um auch all die nass gewordenen Sachen zu trocknen. Hier gibt es keine Rezeption, man sucht sich einfach seinen Platz bzw. Hütte aus, füllt das Registrierungsformular aus und steckt dieses zusammen mit dem zu zahlenden Betrag in einen Umschlag und wirft diesen in den vorgesehen Briefkasten ein Die Hütten haben eine elektrische Heizung, einen Kühlschrank, Koch- und Essgeschirr und 1 Stockbett. Genug Platz für mich vorhanden. Auch habe ich die Hütte genommen, die dem Sanitär- bzw. Waschraum am nächsten liegt um nicht längere Strecken durch den Regen zurücklegen zu müssen.



22.6.2011

Steinkjer - Geiranger (470 km)

Der Tag begann mit Nieselregen, doch heute zog ich mich auch ganz warm an denn es ging über ein Hochplateau von ca. 1.000 m ü. M. Die Temperatur dort betrug ca. 5° C. Doch bald ging es wieder bergab Richtung den Fjords. Das Wetter wurde immer besser und bald schien die Sonne. Zuerst ging es über die E136, dann links ab auf der E63 Richtung Trollstigen. Dies ist ein Pass mit Alpincharakter, sehr viele Haarnadelkurben, endlich mal wieder tolles Motorradfahren. Nur ganz wenig Verkehr behinderte die zügige Fahrt. Oben am Pass gibt es ein Besucherzentrum und selbstverständlich Trolle, wie überall in Norwegen. Dann nach der Abfahrt ging es mit der Fähre über den Nordalsfjorden und danach über einen weiteren niedrigeren Pass nach Geiranger. Geiranger wird von vielen Kreuzfahrtschiffen angefahren, die Fahrt durch den Fjord mit den vielen Wasserfällen ist beeindruckend. Werde morgen mit einem kleinen Boot die Besichtigung machen. Vom Campingplatz aus kann man toll den Schiffen zusehen, und wenn sie abfahren werden Böller geschossen und das Echo kommt hundertfach von den Bergen zurück.



23.6.2011

Geiranger

Über Nacht hat es zu regnen begonnen. Da ich heute sowieso auf dem Campingplatz in Geiranger bleiben wollte war dies nicht so schlimm, ich habe nur die geplante Bootsfahrt durch den Fjord bei dieser schlechten Sicht gestrichen. Ich ging nach Geiranger, das in einer halben Stunde zu Fuß vom Campingplatz zu erreichen war. Erst mal Pizza essen, dann ein bisschen durch den Ort gebummelt und nach einem Kaffee dann noch Geld wechseln und einkaufen. Um 15:30 Uhr ging ich dann wieder zum Campingplatz zurück. Hoffentlich hört bis morgen früh der Regen auf, ansonsten muss ich wieder im nassen abbauen.



24.6.2011

Geirange- Odda (386 km)

Leider nieselt es am Morgen immer noch, deshalb verpacke ich die Sachen nur "unsortiert" und los geht es wieder. Die Fahrt führt über mehrere Pässe, über 1.000 m hoch, oben sind die Seen noch teilweise zugefroren. Zum Glück hat es aufgehört zu nieseln und die Straßen sind meistens trocken. Richtung Süden sind immer wieder Wasserfälle links und rechts der Straße. Dann sind wieder zwei Fjords mit der Fähre zu überqueren. Am zweiten, dem Hardangerfjord, ist die Warteschlange so groß, dass ich erst die zweite Fähre nehmen kann. Kurz danach ein Aussetzer es Motors. Schon wieder? Kurz runterschalten. Gas geben und der Motor springt wieder an. Doch nicht lange. 2 Kilometer weiter hört der Motor ganz auf. Wieder den Tank abgebaut, alle Leitungen überprüft, doch keinen Fehler gefunden. Meine Vermutung: Benzinpumpe. Denn immer wenn ich wieder anlasse springt der Motor im Standgas an, sobald man Gas gibt oder etwas wartet geht der Motor aber wieder aus. Nach einiger Zeit und nach dann leerer Batterie entschließe ich mich, wieder den ADAC in Deutschland anzurufen. Es dauert 3 mal, bis ich eine Verbindung zur Auslandspannenhilfe für Norwegen bekomme. Kurz die Situation geschildert, und es wurde beschlossen einen Abschleppwagen zu schicken. Also warten. Ich war um 17:00 stehen geblieben und jetzt war es fast 18:00 Uhr. Nach einer weiteren Stunde meldete sich der norwegische Automobilclub und wir einigten uns auf einen Abschleppwagen aus Odda, der nächst größeren Stadt von hier aus gesehen, ca. 50 km entfernt. Es wurde dann 20:45 Uhr bis der Wagen kam. Das Motorrad wurde aufgeladen. Ich fragte den Fahrer, ob es denn möglich wäre, das Motorrad morgen, am Samstag, zu überprüfen. Dann die erstaunliche Antwort: Nein, das machen wir heute Abend noch, wir haben rund um die Uhr geöffnet. Da keimte wieder ein Funke Hoffnung auf. Dann in der Werkstatt ging die Suche los. Nachdem die anwesenden Mechaniker den Fehler nicht eingrenzen konnten wurde ein Spezialist geholt. Der ging sehr systematisch vor und sagte gleich, dass es die Benzinpumpe nicht sein konnte. Er vermute Zündprobleme. Nach einigem Weitersuchen und Zündkerzenwechsel wurde der Strom überprüft. Die Lichtmaschine lieferte nur 11,7 Volt, viel zu wenig. Ist dies der Grund des Motorausfalls? Nun ging es nicht mehr weiter. Es wurde beschlossen, um 23:15 Uhr aufzuhören und morgen mit dem Chef zu sprechen. Man brachte mich in das Hotel Hardanger in Odda, nur 3 Gehminuten von der Werkstatt entfernt. Nach einer Dusche ging dann noch bis 1 Uhr auf ein Bier an die Hotelbar.




25.6.2011

Odda - Bergen

Nach einem guten Frühstück richtete ich meine Sachen und ließ sie im Hotel und ging zur Werkstatt. Da niemand da war machte ich einen kleinen Stadtbummel und ging dann wieder hin. Kurz darauf kam der Chef und erklärte, dass man keine Möglichkeiten hätte, vor Ort zu reparieren sondern nach Bergen zu BMW schicken könnte. Doch das Beste wäre, zu Hause zu reparieren. Dann telefonierte ich genau 29 Minuten und 23 Sekunden mit dem ADAC in München um die Lage zu erläutern und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Trotz einiger Diskussionen (erst Mietwagen, dann Bus, dann Flug) einigten wir uns schließlich, dass das Motorrad innerhalb 12 Tagen abgeholt und zu Gerhard Stricker nach Karlsruhe gebracht wird und ich nach Hause fliege. Von Bergen über Helsinki nach Frankfurt am Sonntag, 26.6.11. Um nach Bergen zu kommen, nahm ich Bus und Schnellboot und checkte im Flughafen Hotel ein. Morgen geht es dann nach Hause!

Damit ist die Berichterstattung beendet!