|
|
Die Reise nach Ekuador fand im Jahre 1991 statt. Auslöser für die Reise war ein Buch von Wolf-Ulrich Cropp "Im Herzen des Regenwaldes" und ein Filmbericht im Fernsehen im dritten Programm. Beide berichteten über einem Indianerstamm, der sich bis in die heutige Zeit seine Ursprünglichkeit bewahrte und bis Anfang der 80ziger Jahre fast alle "Eindringlinge" tötete. Doch seit ein paar Jahren sollte es möglich sein, ohne Gefahr für Leib und Leben diesen Stamm im abgelegenen Urwald zu besuchen. Diese Indianer nennen sich selbst "Huaranis", was gleichbedeutend mit dem deutschen Wort "Mensch" ist, jedoch sind sie bekannter und gefürchteter unter dem Namen "Aucas". Nachdem wir, das waren mein Begleiter und Reisegefährte Udo Hamm und ich, uns zu Hause mit ziemlich viel Literatur und Karten über Ekuador und speziell sein Urwaldgebiet beschäftigt hatten und diesen Stamm geografisch lokalisert hatten ging es dann los nach Ekuador. Dort angekommen fuhren wir gleich von Quito nach Baños, wo wir unsere Reise in den Regenwald vorbereiteten. In Puyo suchten und fanden wir einen Buschpiloten, der bereit war, uns in das ausgesuchte Gebiet zu fliegen. Er hatte auch die erfreuliche Nachricht für uns, dass der von uns gesuchte Indianerstamm der "wilden" Aucas (im Gegensatz zu den bereits zivilisierten) seine Hütten in der Nähe eines in der Region befindlichen Buschlandeplatzes aufgeschlagen hat und damit die fragwürdige Suche der Indianer im Regenwald leichter zu bewerkstelligen war. Dann ging es los, Wald, Wald, Flüsse, Wald, ..
Was kann alles passieren? War es richtig, hierher zu kommen? Und, und, ... Dann machte uns der Pilot auf eine kleine Landepiste am Horizont aufmerksam, und schon ging es runter. Und da waren Indianer.. teilweise nackt... aber nur Frauen, Kinder und ein älterer Mann... und niemand sprach spanisch ... und der Pilot flog wieder davon ... mit dem Versprechen, uns in 10 Tagen hier wieder abzuholen. Ich war unsicher, es war eine Situation, die mir im Leben bis dahin so nicht passiert war. Es war nicht Angst, eher würde ich es als "unbekannte Fremdartigkeit" bezeichnen. Diese Unsicherheit wurde noch größer, als ca. 10 Männer, bewaffnet mit Blasrohren und Messern, jedoch auch mit Gewehren, mit ganz finsteren Mienen aus dem Urwald traten.
Trotz einer Schlechtwetterfront kam der Pilot nur mit drei stündiger Verspätung und bald hatte uns die Zivilisation wieder. Wir verbrachten noch ein paar Tage in Ekuador, in Quito, in Otavalo und am Strand. Nach insgesamt 4 Wochen flogen wir dann nach Deutschland zurück.
|